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Schritt für Schritt zurück ins aktive Leben

Peter R. verlässt die IPT und zieht wieder nach Hause


Als Peter R. in die Schweinfurter IPT-Wohngemeinschaft 2019 einzog, war er schwerstpflegebedürftig und hatte sich selbst bereits aufgegeben. Tief saß der Schock über seinen Zustand, der sich durch ein massives Herzleiden von einem Tag auf den anderen so drastisch änderte. Zu diesem Zeitpunkt wurde er nachts beatmet, hatte Schwierigkeiten, lange im Bett zu sitzen und Laufen war unmöglich. Nicht vorstellbar war zu dieser Zeit, dass er knapp zwei Jahre später wieder zurück in sein Haus ziehen und ein selbstständiges Leben führen kann.


„Wir haben ihn mobilisiert, gefördert und gefordert und ihn so Stück für Stück wieder fit gemacht und vor allem haben wir ihm wieder Mut geschenkt“, sagen Marion Götz und Hedi Rettner. Die zwei Pflegefachkräfte und Assistentinnen der Fachbereichsleitung Schweinfurt haben eine besondere Bindung zu dem heute 83-Jährigen aufgebaut. „Ich saß oft sehr lange an seinem Bett und habe ihm zugehört. Er hat mir von seinem Leben, seinen Reisen und seiner Familie erzählt und auch seinen Kummer mit mir geteilt“, ergänzt Hedi Rettner.


Das Team unterstützte ihn in allen Bereichen

Das Team kümmerte sich liebevoll um ihn, hielt ihn aber auch stets zum Üben an. So gewöhnte er sich zuerst an den Rollstuhl und dann den Rollator. Auch wenn er es anfangs nicht glauben konnte, sollte das nur ein Zwischenziel sein, denn das Team erkannte sein Potenzial und ermunterte ihn zu ersten Gehversuchen. Das Team unterstützte ihn in allen Bereichen, manchmal auch mit kreativen Mitteln: So versprachen die Pflegekräfte ihm einen gemeinsamen Besuch in einem lokalen Steak-Restaurant, wenn er es schafft, zehn Treppenstufen zu gehen. Vier Monate nach seiner Aufnahme in die WG war es dann so weit und Peter R. bekam sein versprochenes Steak. Den gemeinsamen Abend mit den begleitenden Mitarbeitern und Bewohnern genoss er sichtlich.


Ein Gefühl von Urlaub und Abenteuer durchströmte die IPT-Wohngemeinschaft, als Peter R. bei einem Dia-Nachmittag die ganze Wohngemeinschaft Schweinfurt mit seinen Reisefotos und -berichten begeisterte. Unzählige Dias seiner vielen Reisen zeigte Peter R. mit Hilfe eines Diaprojektors, der die Fotos auf die Leinwand in der großen Wohnküche warf. Peter R.s persönliches Highlight war sein 83. Geburtstag im Frühjahr 2021: „Ich habe noch nie so einen schönen Geburtstag gefeiert“, schwärmte Peter R. Das Team schmückte die Küche und feierte mit ihm zusammen. Es gab Geschenke und alle ließen sich ein Spanferkel schmecken. Viele Nachmittage verbrachte außerdem das Team zusammen mit Herrn Richter auf dem Schweinfurter Marktplatz, wo er sich hin und wieder ein Eis gönnte.


„Er ist immer mehr aufgeblüht"

Motiviert und wieder mit Hoffnung erfüllt setzte er sich selbst weitere Ziele. Er nahm soziale Beziehungen zu seinen Mitbewohnern auf und integrierte sich in die Gemeinschaft, was ihm sichtlich guttat. „Er ist immer mehr aufgeblüht und nahm auch Einfluss auf die anderen Bewohner der WG“, berichtet Hedi Rettner. Sein junger Mitbewohner Nic saß ihm in der Wohnküche meist direkt gegenüber. In großväterlicher Weise motiviert er Nic bei dessen Weiterentwicklung: „Wenn ich das schaffe, schaffst du das auch“, motivierte ihn Peter R. nicht selten und spornte ihn so immer wieder an.


Mit der Zeit zeigte die pflegerische, therapeutische und ärztliche Betreuung deutliche Fortschritte und erlaubten, dass er im Sommer 2021 dekanüliert und das Tracheostoma verschlossen werden konnte. Gleichzeitig wurden Vorbereitung getroffen, dass Peter R. sein Leben zu Hause so selbstständig wie möglich führen kann.


Abschied mit einem fürstlichen Frühstück

Mit einem fürstlichen Frühstück beging Peter R. dann im Spätsommer 2021 seinen letzten Tag in der Schweinfurt Wohngemeinschaft und verabschiedete sich mit einem lachenden und einem weinenden Auge.


Wir wünschen Peter R. ein noch langes, gesundes und frohes Leben.

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